Fünf Baukörper, 50 Wohneinheiten, Fertigstellung August 2025. Das Projekt Am Bichl III der Innsbrucker Immobiliengesellschaft ist kompakt – aber in seiner technischen und sozialen Konzeption weit größer als seine Kennzahlen vermuten lassen. Im Mittelpunkt stehen Dächer, die mehr können als nur dicht halten.
Die sogenannten Detentionsdächer speichern Regenwasser temporär, ähnlich einem Schwamm, und leiten es kontrolliert ab – statt es direkt in die Kanalisation zu schicken. Die begrünten Dächer versorgen sich daher auch in Trockenphasen selbst, die Kanalisation wird bei Starkregen entlastet. Für Igls war das keine optionale Spielerei, sondern Reaktion auf eine handfeste regulatorische Herausforderung: Die notwendige Versickerung auf Eigengrund gestaltete sich aufgrund der lokalen Bodenbeschaffenheit schwierig. Das Detentionsdach war die Lösung.
Ein Nebeneffekt mit direkter betriebswirtschaftlicher Relevanz: Die Verdunstung des aufgestauten Wassers kühlt die Dachfläche – und kühlere PV-Module arbeiten effizienter. 444 Module auf rund 884 m², verteilt auf Dächer, Fassade und Carport, erzielen eine Leistung von rund 198 kWp. Das Quartier produziert bilanziell mehr Energie, als es verbraucht – und zählt zu den ersten drei Quartieren in Österreich, die mit dem klimaaktiv Standard für Plus-Energie-Quartiere ausgezeichnet wurden.

Leistbar und reproduzierbar
Das soziale Fundament ist ebenso klar wie das technische: 33 geförderte Mietwohnungen vergeben über die Stadt Innsbruck, 17 Eigentumswohnungen vergeben über die Agrargemeinschaft Igls.

Netto-Mietpreis im Schnitt 5,75 Euro/m², Kaufpreis rund 4.700 Euro/m² – plus Subjektförderung des Landes Tirol. Kein Premiumprodukt, sondern Wohnbau für junge Familien in naturnaher Lage.
Die IIG versteht „Am Bichl III“ ausdrücklich als Pilotprojekt: Erfahrungen sammeln, Optimierungspotenziale identifizieren – und prüfen, ob das PEQ-Modell für künftige Bauprojekte reproduzierbar ist. Eine Frage, die sich für jeden Projektentwickler in Tirol stellt.

„Das Projekt meistert den Spagat zwischen ökologischer und sozialer Verantwortung.“
Franz Danler, Geschäftsführer IIG