Der Brandschutzbeauftragte führt in vielen Unternehmen noch immer ein Schattendasein – bis er plötzlich unverzichtbar wird. Doch die Zeiten, in denen man das Thema aufschieben konnte, sind vorbei. Die Experten von Brandschutz Thaler beobachten seit Jahren, wie der Druck auf Betreiber steigt – und warum externe Lösungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Ausgangslage: Mehr Vorschriften, strengere Kontrollen
Die Anforderungen im Brandschutz sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Gesetze und Richtlinien werden laufend erweitert, gleichzeitig kontrollieren Behörden und Versicherungen strenger als je zuvor.
Besonders seit der Corona-Pandemie hat sich die Situation verändert: Heimkontrollen haben stark zugenommen, Versicherungen prüfen direkt vor Ort gemeinsam mit Sachverständigen die Einhaltung aller Vorschriften.
Intern oder extern – eine strategische Frage
Grundsätzlich können Betreiber den Brandschutz intern oder extern organisieren. Beide Modelle haben ihre Berechtigung – entscheidend ist eine bewusste Entscheidung.
Externe Brandschutzbeauftragte bieten klare Vorteile: Sie sind fachlich immer am aktuellen Stand, da sie sich laufend mit neuen Vorschriften auseinandersetzen. Zudem fehlt ihnen die sogenannte Betriebsblindheit – sie erkennen Schwachstellen oft schneller und objektiver.
Ein weiterer Punkt: Externe stehen außerhalb interner Hierarchien. Während interne Beauftragte oft zwischen Sicherheitsanspruch und Kostendruck stehen, können externe Experten unabhängig agieren.
Für sehr große Betriebe – etwa Industrieunternehmen oder Krankenhäuser – ist eine rein externe Lösung jedoch oft nicht ausreichend. Hier hat sich eine Kombination bewährt: ein externer Hauptverantwortlicher, unterstützt durch interne Brandschutzwarte.
Haftung: Die Verantwortung bleibt
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass mit einem externen Brandschutzbeauftragten auch die Haftung abgegeben wird. Tatsächlich bleibt die Verantwortung beim Betreiber. Der externe Experte weist auf Mängel hin und dokumentiert diese – die Umsetzung liegt weiterhin beim Unternehmen. Dennoch bietet die externe Lösung einen Vorteil: Im Ernstfall kann nachgewiesen werden, dass Fachwissen eingebunden wurde.
Evakuierungskonzepte: Entscheidend im Ernstfall
In der Praxis zeigt sich häufig, dass Evakuierungskonzepte unterschätzt werden. Ein Plan allein reicht nicht – entscheidend ist, dass ausreichend geschultes Personal vorhanden ist.
Gerade in Pflege- und Altenheimen verlangen Behörden mittlerweile klare, dokumentierte Konzepte inklusive Schulungsnachweisen. Das sogenannte vierstufige Evakuierungskonzept ist hier Standard.
Brandschutz als strategischer Vorteil
Noch immer wird Brandschutz oft als Kostenfaktor gesehen. Dabei zeigt die Praxis das Gegenteil: Wer ihn früh in die Planung integriert, spart Zeit, Kosten und Nerven.
Wird der Brandschutz erst spät berücksichtigt, kommt es häufig zu Umplanungen und zusätzlichen Auflagen. Früh eingebunden hingegen lassen sich Lösungen finden, die sowohl den Anforderungen als auch den Wünschen der Bauherren entsprechen.
Fazit
Brandschutz ist längst mehr als eine Pflichtübung. Richtig umgesetzt, wird er zum strategischen Vorteil – und externe Experten können dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Dieser Artikel basiert auf einem redaktionell aufbereiteten Gespräch mit Brandschutz Thaler, einem auf vorbeugenden Brandschutz spezialisierten Büro mit Sitz in Tirol.